Wie sieht das richtige Bewerbungsgespräch aus?

Bewerbungsgespräch© Tim Reckmann / pixelio.de
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Vorstellungsgespräche können etwas Feines sein. Man präsentiert sich von seinen besten Seiten und kann selbst ein bisschen ins Unternehmen hineinfühlen. Man sollte sich nicht immer fragen, ob der andere einen will, sondern ob man selbst will. Das gibt die nötige Portion Selbstbewusstsein und lässt das Gespräch auf Augenhöhe stattfinden.

Wo willst du dich bewerben?

Wichtig ist natürlich auch eine gute Vorbereitung im Petto zu haben. Das heißt: Nimm dir ca. einen Tag davor Zeit und studiere gründlich die Website der Firma, sieh dir deine Vorgesetzten genau an und lies nach was sie z.B. publizieren, wo sie tätig waren, was Ihre beruflichen Interessen sind. Selbst wenn es die Chefin 20 Ebenen über dir ist, lässt sich dadurch genau herausfinden, wie die Firmenkultur und ihr Profil aufgebaut sind. Überlege dir zwei Fragen, die du beim Bewerbungsgespräch stellen willst. Eine allgemeine zur Firma und eine spezifischere zur Position. So zeigst du Interesse. Wenn das Gespräch auf Englisch ist, präg dir die wichtigsten Begriffe auf deren Homepage ein!

Kleiner Tipp:

Wenn dir für das Vorstellungsgespräch zwei Termine angeboten werden, ist es ratsam zum späteren zu greifen, da laut einer Studie herausgefunden wurde, dass der Eindruck dann frischer im Gedächtnis des Personalchefs bleibt und deine Chancen auf die Stelle erhöht.

Warum willst du dich bewerben?

Dann definiere für dich, was genau du dir von der Position erwartest, wo du hin willst und wie viel du bereit bist dafür zu geben. Ist es nur ein Aushilfsjob? Dann regle deine Prioritäten und such dir die Motivation nicht nur durch das Geld sondern sieh den Job auch als angenehme Abwechslung vom Prüfungsstress. Ist es dein Traumjob? Naja, dann setze alles in Gang um ihn zu bekommen. D.h. Hol dir Empfehlungen von Professoren, Kolleginnen, ehemaligen Dienstgebern und nimm diese Schreiben, wenn noch nicht vorab bei der Bewerbung mitgeschickt, zum Gespräch mit. Hast du schon etwas publiziert? Dann druck es auch und gib es dem Personaler in die Hand mit. Es macht einen guten Eindruck, nicht nur eine strahlende Persönlichkeit, sondern auch haptische Dinge nach dem Gespräch zu hinterlassen.

Das Bewerbungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch dauert in der Regel bis zu 45 Minuten und besteht aus deinem festen Händedruck und dem üblichen Smalltalk (Haben Sie gut hergefunden? Oder: Ein schönes Gebäude ist das, usw.). Meist wird einem ein Wasser oder ein Kaffee angeboten. Dann folgt das Kennenlernen. Der Personalchef stellt das Unternehmen vor, die Stelle und ihre Erwartungen an die neue Mitarbeiterin.

Fragen sind dabei häufig:

  • Warum sollten wir Sie einstellen?
  • Warum möchten Sie diesen Job?
  • Erzählen Sie etwas über sich.
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Wären Sie bereit, umzuziehen?
  • Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen?
  • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
  • Wie gehen Sie mit Stress um?
  • Wie flexibel sind Sie?
  • Wie schaffen Sie Ordnung?
  • Welche Programme können Sie bedienen?
  • Kennen Sie jemanden der hier arbeitet?

Dann folgt ein Blick auf dich und du musst dich und deine Erfahrungen präsentieren. Gib deinen CV und dein Motivationsschreiben mündlich wieder und präsentiere genau die Punkte die wichtig für diese konkrete Stelle sind. Achte darauf, dass der Dresscode zu dir und zum Unternehmen passt. Also nichts schrilles sondern lieber schlicht, elegant, langärmelig und mit geschlossenen Schuhen.

Manchmal kann es auch etwas chaotischer bei Bewerbungsgesprächen zulaufen. Das heißt, dein Gegenüber hat deinen Lebenslauf nur flüchtig überflogen und weiß vielleicht gar nicht mehr warum du eingeladen wurdest oder was dich auszeichnet. Lass dich nicht verunsichern sondern bleib gelassen und bring Struktur in deine Erzählung. Das wirkt souverän.
Für die zwischenmenschliche Dynamik baue immer gleich Blickkontakt auf, lächle freundlich und sitze aufrecht. Dreh das Handy ab und schau nicht auf die Uhr, sondern sei konzentriert und aufmerksam.

Vermeide Monologe und Ausschweifungen, höre den Personalchef zu und lass ihn/sie aussprechen. Beachte die Körperhaltung: Verschränkt er/sie die Arme? Dann setze dich eine Spur offener hin und stelle Rückfragen. So wird wieder Schwung in die Situation gebracht. Es ist nicht nur wichtig einen guten Lebenslauf zu besitzen sondern auch sozial einfühlsam zu sein um deine Teamfähigkeit zu präsentieren. Vermeide daher tolpatschige Fragen und Antworten zum Privatleben, zu Kündigungen und schlechten Erfahrungen. Außerdem ist es üblich die Frage nach der Bezahlung von Firmenebene kommen zu lassen. D.h. Gespräche zum Gehalt werden meistens erst bei der letzten Bewerbungsphase geführt, also wenn du den Job schon so gut wie in der Tasche hast.

Der Schluss

Zu guter Letzt, stelle die beiden Fragen die du dir vorbereitet hast, wenn du sie noch nicht gestellt hast. Genauso wie alle anderen Fragen die dir während dem Gespräch eingefallen sind. Gib Ihnen, wenn noch nicht geschehen, deine Unterlagen mit und bedanke dich für das Gespräch. Außerdem kannst du noch in charmanter Weise sagen, dass du den Job unbedingt haben willst.
Oft zahlt es sich aus, am Abend oder am nächsten Tag eine Mail mit einem Danke hinterherzuschicken und subtil nach der Dauer des Bewerbungsprozesses zu fragen. Das macht nicht nur einen höflichen, sondern auch konstanten Eindruck.

Und nicht vergessen: je besser du vorbeireitet bist, desto mehr zeigst du dein Interesse. Das wirkt selbstsicherer und ist ein guter Grund um mit dir in Zukunft weiterarbeiten zu wollen!

Also viel Glück und toi toi toi!