Krankenversicherung im Studium

Krankenversicherung© Tim Reckmann / pixelio.de
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Im internationalen Vergleich besitzt Österreich ein hervorragendes Versicherungssystem. Dennoch sollte auf bestimme Punkte geachtet werden wenn man den Anspruch auf eine Versicherung während des Studiums nicht verlieren mag. Du bist nur dann pflichtversichert wenn du erwerbstätig bist, oder bei deinen Eltern, deinem Lebensgefährten oder deiner Ehepartnerin/deinem Ehepartner mitversichert bist. Wenn nichts davon auf dich zutrifft, dann musst du dich selbst um eine Versicherung kümmern. Es ist daher ratsam eine Selbstversicherung abzuschließen.

Im Folgenden haben wir für dich unterschiedliche Optionen recherchiert:

Die Mitversicherung

Die Mitversicherung ist die häufigste Variante für Studierende, vor allem wenn sie gerade von daheim ausgezogen sind. Eine Mitversicherung ist bei Eltern, Lebensgefährtinnen und Ehepartnern möglich.
Generell gibt es die Möglichkeit, dich bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, bei deinen Eltern, Großeltern oder Adoptiveltern mitversichern zu lassen (ausgenommen von dieser Altersgrenze sind behinderte Studierende). Du musst deiner Krankenkasse in bestimmten Abständen nachweisen, dass du dein Studium auch wirklich betreibst, wobei es für die einzelnen Abschnitte des Studiums unterschiedliche Regelungen gibt. Bei der Gebietskrankenkasse gilt die Regelungen, dass entweder Familienbeihilfe für dich bezogen wird, oder dass du im 1. Abschnitt nach jedem Studienjahr einen Leistungsnachweis von 8 Wochenstunden oder einer Teildiplomprüfung vorweist.

Im Gegensatz zur Mitversicherung auf Grund des Bezugs von Familienbeihilfe gibt es beim regelmäßigen Leistungsnachweis keine Semesterbeschränkung. Solange du den Leistungsnachweis erbringst, kannst du auch noch mitversichert sein, wenn du für den aktuellen Abschnitt länger als die Mindeststudiendauer plus 1 Semester benötigst. Bei Bachelor- und Masterstudien, für die keine Familienbeihilfe mehr bezogen wird, fordert die Gebietskrankenkasse ein Leistungsnachweis von 16 ECTS pro Studienjahr. In Ausnahmefällen kann der Nachweiszeitraum von einem Studienjahr (also zwei Semester) um ein weiteres Semester verlängert werden. Gründe für eine Verlängerung des Versicherungszeitraumes sind: Krankheit von mehr als 3 Monaten, ein Auslandssemester von mehr als drei Monaten, die Geburt und Pflege eines Kindes (hier kann die Verlängerung bis zum Ende des zweiten Lebensjahres des Kindes möglich sein) oder unvorhersehbare Ereignisse (z.B. ein Unfall).

Wenn du den 1. Abschnitt bereits beendet hast, brauchst du nur mehr deine Fortsetzungsbestätigungen an die Gebietskrankenkasse schicken. Außerdem musst du die Altersgrenze der Mitversicherung zum 27. Geburtstag beachten! Bei allen anderen Krankenkassen, wie die länder- und berufsspezifischen Kassen, kann es zu Abweichungen kommen!

Wenn du dich bei deiner Ehepartnerin/deinem Ehepartner mitversichern möchtest, ist das ebenso möglich. Bei nicht-verheirateten Paaren gilt, dass sie mindestens zehn Monate an der gleichen Wohnadresse gemeldet sein müssen und einen gemeinsamen Haushalt betreiben. Der Antrag auf Mitversicherung muss dann von der Partnerin/dem Partner bei der jeweiligen Krankenkasse gestellt werden. Der Vorteil ist, dass diese Form der Mitversicherung im Vergleich zur Versicherung bei den Eltern an keine Altersgrenze gebunden ist. Aber sie ist auch nicht immer beitragsfrei. Wenn du dich also der Kindererziehung widmest oder dich innerhalb von vier Jahren gewidmet hast, kannst du freigestellt werden. Ebenso, wenn du Anspruch auf Pflegegeld der Stufe 4 hast, einen erheblich behinderten Versicherten der Stufe 4 pflegst,  oder eine soziale Schutzbedürftigkeit vorliegt. Diese liegt vor, wenn das monatliche Nettoeinkommen des Versicherten den Ausgleichszulagenrichtsatz für Ehepaare bzw. eingetragene Partnerschaften von 1.334,17 Euro (2017) nicht übersteigt. Außerdem liegt Schutzbedürftigkeit vor, wenn du Krankengeld, Wochengeld, Karenzgeld, Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe beziehst. Wenn bei dir aber keine dieser Ausnahmen bestehen, musst du einen Zusatzbeitrag zur Krankenkasse von 3,4% der Beitragsgrundlage begleichen.

Die Selbstversicherung

Für all jene die sich weder bei den Eltern noch bei dem Partner mitversichern wollen, gibt es die Möglichkeit einer Selbstversicherung. Am einfachsten ist die studentische Selbstversicherung zu 56,74 Euro monatlich (2017). Dafür musst du einen ordentlichen Wohnsitz in Österreich haben, ein Einkommen das den jährlichen Betrag von 10.000 Euro nicht übersteigen darf, und das Studium nicht mehr als zweimal gewechselt haben. Ebenfalls darfst du die Mindeststudienzeit plus ein Semester nicht überschreiten. Beantragen kannst du die Selbstversicherung bei der Gebietskrankenkasse deines Studienortes (auch online).

SELBSTVERSICHERUNG FÜR GERINGFÜGIG BESCHÄFTIGTE

Viele Studierende bessern ihr Einkommen mit kleinen Aushilfsjobs als geringfügig Beschäftigte auf. Dabei darf das monatliche Einkommen nicht mehr als 425,70 Euro übersteigen. Bei so einem Beschäftigungsverhältnis bist du nur unfallversichert und kannst für weitere 60,90 Euro im Monat eine ganze Kranken-und Pensionsversicherung bekommen. Auch hier kannst du den Antrag auf Selbstversicherung aufgrund geringfügiger Beschäftigung bei der GKK stellen.
Achtung bei Ferialjobs: Hier kann es schnell passieren, dass Studierende nach einem Ferialjob, durch den sie pflichtversichert waren, den Versicherungsschutz verlieren. Wenn du also ursprünglich selbstversichert bist und in den Ferien (oder auch außerhalb der Ferien) einen Job ausübst in dem du mehr als geringfügig beschäftigt bist, wirst du zum Zeitpunkt der Ausübung pflichtversichert. Nach Beendigung der Tätigkeit und der einhergehenden Pflichtversicherung, ist es also erforderlich, die Selbstversicherung erneut zu beantragen!

ALLGEMEINE SELBSTVERSICHERUNG

Kommen weder geringfügige Beschäftigung, noch studentische Krankenversicherung für dich in Frage, kannst du dich für den (wesentlich) höheren Preis von 406,88 Euro (2017) bei der Krankenkasse versichern. Hier hast du die Möglichkeit eine Anfrage auf Herabsetzung zu stellen weil die wirtschaftliche Lage von Studierenden meist prekärer ist. Wenn du das nachweisen kannst, also die Unterhaltszahlungen deiner Eltern vorlegst und dein Einkommen, dann kann der Betrag bis zu einem Viertel des oben genannten Betrages herabgesunken werden. Das sind zwar immer noch 101,72 Euro, aber es ist immerhin etwas günstiger. Es empfiehlt sich daher bei Antragstellung zur allgemeinen Selbstversicherung auch gleichzeitig einen Antrag auf Beitragsherabsetzung stellen.

FREIWILLIGE SELBSTVERSICHERUNG FÜR NEUE SELBSTSTÄNDIGE (OPTING IN)

Die letzte Option ist die freiwillige Selbstversicherung für Selbstständige, die als solche nicht mehr als 5.108,40 €  Jahreseinkommen haben (Stand 2017). Hier muss man sich bei der SVA (Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft)  pflichtversichern. Dazu musst du bei Antragsstellung die Erklärung abgeben, dass du kranken- und unfallversichert sein möchtest. Diese freiwillige sogenannte Opting-in in die Kranken- und Unfallversicherung kostet 50,04 Euro monatlich.

ZWEI ODER MEHR GERINGFÜGIGE JOBS – AUSWIRKUNGEN AUF DIE SOZIALVERSICHERUNG

Manchmal reicht auch das Geld von einem geringfügigen Job nicht aus, weswegen gerne auch ein zweiter ausgeführt wird. Aber: Immer wenn du in deinen gesamten Einkünften die Obergrenze von 425,70 Euro übersteigst, wirst du automatisch pflichtversichert. 14,12 % werden dann an Sozialversicherungsbeiträgen für Kranken- und Pensionsbeiträgen von der GKK vorgeschrieben und abgezogen. Es ist ratsam dich bei deiner GKK zu melden, wenn du die Mindestgrenze überschreitest, da die Vorschreibung sonst im folgenden Jahr nach deiner Tätigkeit zur Anwendung kommt.
Die Abzüge bei Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze gelten aber nur, wenn alle Versicherungsverhältnisse derselben Sozialversicherungsregelung unterliegen. Wenn du also zum Beispiel ein Tutorium oder einen anderen kleinen Job an der Universität machst, wirst du nicht bei der GKK versichert sein und kannst deshalb auch die Grenze von 425,70 Euro übersteigen ohne in die Pflichtversicherung zu rutschen. Wenn du dir deswegen unsicher bist, kannst du dich am besten beim Arbeitgeber, der Versicherung oder bei der ÖH erkundigen. Manchmal kann man sich am Ende des Kalenderjahres das Geld durch die ArbeitnehmerInnenveranlagung am Finanzamt zurückholen. Weitere Informationen dazu kannst du bei der Arbeiterkammer anfragen.

Grundsätzlich sind Studierende gesetzlich Unfallversichert. Das gilt für Studierende mit österreichischer Staatsbürgerschaft, für zur Studienberechtigungsprüfung zugelassene BewerberInnen und für ausländische Studierende, mit deren Herkunftsland ein Sozialversicherungsabkommen besteht oder die im Sinne des § 4 Studienförderungsgesetz gleichgestellt sind oder die anerkannte Flüchtlinge sind. Das heißt, es ist auch keine Anmeldung oder Antragstellung erforderlich. Es werden von den Versicherten auch keine Beiträge eingehoben. Wenn dir also am Campus, am Weg dort hin oder von dort nach Hause, ein Unfall passiert musst du das der AUVA (Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt) melden. Nicht betroffen von diesem Unfall-Versicherungsschutz sind Unfälle die in deiner Freizeit passieren.